Mogger – Effelder, 22.8 Wanderkilometer
Auch am letzten Tag der Zehnerserie ging es zeitig auf die Tour.

Mit diesem Blick aus der Ferienwohnung startete quasi der Tag. Eine Ferienwohnung biete den Luxus einer Küche für Kaffee und Abwaschbecken wo alle Wasserflaschen gut abgefüllt werden können. Und etwas Platz sich breit zu machen.

Die Ebene im Morgenlicht.
Diese Etappe führte zuerst einfach durch flaches Land. Wenig Probleme und sehr gute Wege. Zuerst. Dann wurde es wie folgt:




Völlig zugewachsene Wege, sumpfig matschiger Untergrund, echt gruslig schlecht und mühsam. Das zwang mich, längs einer Rinderweide zu wandern. Immer mit gebührendem Abstand zu den Tieren. Ein erster Blick ergab zuerst das Fehlen von Kälbern. Zudem schauten die Kühe mehr neugierig als sonst irgendwie. Dreissig Schritt weiter war ein grosses Kalb in der Nähe, schnell Prüfblick, ob eine Kuh komisch reagiert. Alles ruhig, nun grossen Bogen um das nicht mehr so kleine machen. Wie geht jetzt das schon wieder, in der Schweiz kommen mehr Leute durch Kühe zu Tode als durch Wölfe.

Etwas später wurde ich dafür mit diesem Anblick belohnt, ein heller langer Tunnel mit einem Dunklen Ende. Fast das Gegenteil zum Bild von der siebten Etappe. Tunnelblick Etappe 07

Und schon wieder trennt eine Strasse den alten Kolonnenweg. Im Hintergrund die horizontale Linie. Da es nur eine mässig befahrene Hauptstrasse war, erachtete ich die Leitplanken als Kleterhilfe und kürzte ab. Detail in der Karte

Ein Schild, das eine Brücke sperrte. Hmm, da ginge doch der Weg durch. Grübel grübel, überleg, wenn ich da durchgehe, und die Brücke würde mich sicher tragen, müsste ich mich vermutlich wieder durch alles mögliche Grünzeug kämpfen. Die Alternative: Im Schatten des Waldstreifens entlang des Kulturlandes dem grünen Band folgen. Ich wählte die Alternative.

Eine sehr nasse Furt, mehr als knöcheltiefes Wasser lies mich diesen Weg ebenfalls überlegen. Das Kartenstudium zeigte, dass der Weg hier zwischen zwei Wasserläufen geht und am Schluss über durch eine Furt. Die mögliche Aussicht auf eine nicht passierbar Stelle und auf sehr viel Wasser lies mich einen ca. 800m längeren Weg wählen.

Ein Wassergraben quer zum Weg.

Zum ersten mal waren die Platten vor allem mit weichem hellen Sand gefüllt, sieht es wohl so aus, wenn die letzten Platten in die Ostsee auslaufen, beginne ich zu sinnieren.

Völlig neuer Plattentyp entdeckt. Ok, so klar ist es nicht. Ueblicherweise haben die Platten 3×7 Löcher, und nur Löcher, sonst nix. Diese haben ein Eisen bei den äussersten Endlöchern. Sicherlich um damals besser mit einem Hebegerät und Ketten versetzen zu können.

Fast auf dem Höchsten Punkt wieder ein Hinweis auf eine traurige Geschichte.
Die Wanderung hatte am Schluss zwei hübsche Steigungen von jeweils 35%, und da ich zeitlich gut im Plan lag, kein Wunder bei dem Tempo das ich hinlegte, machte ich noch einen Abstecher zum Generalsblick. Der Name kommt davon, das zu DDR Zeiten vielen Generälen von dort aus die Grenzanlage präsentiert wurde.

Der Blick war wirklich schön von dort. Das lud zu einer ausgiebigen Pause ein. Schon als ich am Aufbrechen war, kamen zwei Biker vorbei. Mann und Tochter. Da haben wir doch gleich etwas miteinander gesprochen, über die Landschaft, wie diese sich in den letzten knapp 40 Jahren verändert hat. Zu Zeiten DDR wäre da kein einziger Baum zu sehen gewesen. Wie auch über Restaurantsterben in dieser Gegend und wie gut es ist, beim Plattenweg breite Pneus zu haben. Im Abschluss hat er mich gebeten, von ihnen beiden ein Bild zu machen. Im Gegenzug gab es dann auch eines von mir.

Der letzte Wegweiser entlang des grünen Bandes.
Am 13. August 2026, 12:13 Uhr habe ich die Wanderung entlang des grünen Bandes abgeschlossen. Von diesem Punkt aus gingen entfernte ich mich nur noch davon weg zum Bahnhof.
Gesamthaft habe ich 219km gewanderte gemessen. Davon gehen einige für das An- und Abreisen zur Grenze weg, es sind vermutlich schon 200 bis 210km welche ich entlang des grünen Bandes gemacht habe.
Die ersten Tage brauchte ich, um micht an den Rhythmus des Wanderns zu gewöhnen, welche Geschwindigkeit bei welchem Untergrund passt am besten. Auch, wie ich mich nach einer Tagesleistung fühlte, sagte mir, ob das Tempo gut war oder etwas gar zu schnell.
Inzwischen habe ich das ganz gut im Griff, was eventuell gegen Ende der Tour auch geholfen hat, ist dass das Wetter ein klein wenig kühler wurde und ich konsequenter früher aufgestanden bin. Das hat mich auch etwas geschont.
Nun wenn ich das schreibe sind die Schuhe bereits gewaschen, das meiste Wandermaterial verräumt und eine leise Wehmuht überkommt mich, dass es schon fertig ist.




















































































































